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Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Das hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Kernkraftwerke mehr zu bauen und die zwölf vorhandenen bis 2010 abzuschalten.

Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte unter anderem, einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1.Juli 1998 und den zweiten vor dem 1.Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block2 am 1.Juni 2005.

Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Zudem betonen Kritiker, dass ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft haben könne.

Die Leistung der drei noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des 2005 abgeschalteten Kernkraftwerks Barsebäck . Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv , Piteälv , Torneälv und Vindelälv .

Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus. Diesbezüglich gab es 2004 einen Beschluss des Parlaments, dass ein Ausstieg „in den nächsten 30 bis 40 Jahren“ anzustreben sei. Im Januar 2008 sprach sich Jan Björklund , der Vorsitzende der liberalen Partei Schwedens, für einen Neubau von vier weiteren Reaktoren aus. [55] Eine Umfrage im Juni 2008 ergab, dass 40% der Schweden diesen Plänen zustimmten, wohingegen 42% nur den Betrieb der derzeitigen Anlagen befürworteten, nicht aber einen Neubau weiterer Anlagen. [56] Am 5.Februar 2009 beschloss der Schwedische Reichstag den Neubau von zehn Reaktoren in den drei bestehenden Kraftwerken. Esprit ET17764 535 Ri0N8ufP

von Mareike Hasenbeck · März 7, 2017

© Pixabay, User: StockSnap

Viele Jahre war Porter das Nationalgetränk der Briten. Nach einem tragischen Unglück verschwand das Dunkelbier von den Bierkarten. Jetzt erlebt es weltweit eine Renaissance

Der Bierstil Porter galt lange Zeit fast wie ausgestorben. Nur in England lief diese Sorte noch durch einige Zapfhähne der Pubs. Doch durch die Craft-Bierbewegung, wird Porter rund um den Globus wieder reanimiert und von Kreativbrauern individuell interpretiert. Entstanden ist das Porter angeblich gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Britische Mälzer erfanden ein spezielles Verfahren um Röstmalz herzustellen, durch das sich dieser Stil auch heute noch kennzeichnet. Der Geschmack gefiel sogar Georg Washington, dem ersten Präsidenten er Vereinigten Staaten. So ließ er sich hektoliterweise Porter in die USA liefern, um seinen Durst zu stillen. Durch große Hopfengabe beim Brauprozess, war das britische Bier für damalige Verhältnisse lange haltbar und überstand problemlos die lange Seereise. Seinen Namen bekam das dunkle Bier allerdings, weil vor allem Hafenarbeiter und Lastenträger es während der Arbeit tranken.

Noch im 19. Jahrhundert war diese Bierart die beliebteste in England. Bis eines Tages, am 17. Oktober 1814, ein tragischer Unfall passierte. Der Legende nach platzten bei der „Meux and Company“-Brauerei mehrere Großbottiche mit insgesamt mehr als einer Millionen Litern feinstem Bier. Das Porter überflutete die Straßen der Slums von St. Giles und die Bierwelle zerstörte Gebäude, füllte Keller und ließ mehrere Menschen ertrinken. Von da an ging der Porter-Konsum erst einmal deutlich zurück.

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Gebraut wurde es trotzdem noch. Ende des 19. Jahrhundert gab es Porter in Großbritannien in mehreren Varianten und Stärken. Kräftiger eingebraut nannte man es beispielsweise Stout-Porter, woraus sich später der eigene Bierstil „Stout“ entwickelte. Häufig wurden auch ungewöhnliche Zutaten wie Lakritz, Leinsamen, Ingwer oder andere Gewürze in die Sudkessel geworfen. Grundsätzlich charakterisiert sich ein Porter heute durch röstige Noten mit Nuancen von Kaffee und Schokolade. Beim Antrunk ist es meist von einer Malzsüße geprägt, die dann von einer Bittere und der Herbe des Hopfens abgelöst wird. Häufig spielen Aromen von dunklen Beeren und getrocknete Früchten wie Pflaume oder Aprikose mit.

Heute wird die Biertypologie gern als Begleiter zu feinen oder deftigen Speisen gereicht. Ideal passt Porter zu Fleischgerichten wie Steaks oder Wild. Hervorragend schmeckt das dunkle, aromatische Bier auch zu Desserts und gereiftem Käse. Mehr dazu erfährt man im place2beer auf der nächsten drinktec. Hier präsentieren nicht nur innovative und bekannte Brauer ihre Spezialitäten. Bei interessanten Vorträgen und Diskussionen kann man sein Wissen über die angesagten Bierstile oder Trendbewegungen wie Frauen und Bier oder Bier und Käse erweitern. Natürlich können sich Besucher auch kostenfrei durch die internationale Biervielfalt – darunter einige Porter – probieren.

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